Durch Welten wandeln

06. Januar 2020

Von

Irgendwo im Nirgendwo
mit ein paar fremden Freunden sitzen
lachend an einem Becher nippen

Noch ein Schluck Freiheit?
Noch ein Zug Leichtigkeit?

«Stille»
der Applaus fällt aus

Suchende Augenpaare treffen sich
man erkennt sich nicht
die Masken sind ab
das Stück ist gespielt
alle sind fremd

Fragende Blicke richten sich in die Dunkelheit
Wo ist das Licht, das die Richtung zeigt?
Wo ist das Licht, das den Weg weist?

Von allen Hemmungen losgelöst
verlässt du die Wirklichkeit
steigst empor
immer höher
immer weiter
bis zu den leuchtenden Punkten am Himmelszelt

Von weit oben herabblickend
erkennst du dich selbst auf der Erde wieder

Erschrocken
schnappst du nach Luft
rennst los
durch die klare Winternacht

Verzweifelnd nach einem Ausweg suchend
hetzt du durch das Labyrinth der Welten
bis ein Abzweiger mit dem leuchtenden Schriftzug
«Freiheit»
vor deinem inneren Auge erscheint

Zögernd näherst du dich dem verlockenden Pfad
die Beine sind schwer
das Gesicht weiss wie der letzte Schnee

Ringend mit dir selbst
bleibst du plötzlich stehen
der Körper erstarrt
ein einzelner Schritt getrennt
von der vorgezeigten Unendlichkeit

Überrascht von einem Windstoss
drehst du dich im Kreis
blickst zurückzurück
in die Vergangenheit

Vom Wind geleitet schlägst du auf
der Erde aufunsanft öffnest du deine Augen
erblickst den Sternenhimmel
friedlich über dir schwebend

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