Im Stipendien-Dschungel

Ein Stipendium hilft in finanzieller Not. Bild: Symbolbild

16. Dezember 2017

Von und

Wer von seinen Eltern nicht ausreichend unterstützt werden kann, sollte vom Kanton ein Stipendium erhalten. In der Realität ist dies oft mit Schwierigkeiten verbunden.

Brav werden Gebühr und Bücher bezahlt, um später an Miete, Mahnung und Mahl zu verzweifeln. In solchen Fällen kann man beim Kanton ein Stipendium beantragen. Die Erziehungsdirektion Bern schreibt: „Mit Ausbildungsbeiträgen soll die Chancengleichheit im Zugang zur Bildung gefördert werden.“

Leider fallen einige Studis durch die Maschen: Eine Studentin, die von Freiburg nach Bern zog und sich hier an der Uni immatrikulierte, erhielt dem Kantonswechsel weniger Stipendien – trotz gleichbleibender finanzieller Situation. „Dieser Kantönligeist schadet aus meiner Sicht der Chancengleichheit”, so Fabienne Kriesi aus dem SUB Vorstand, zuständig für das Ressort Soziales und Personal. Ein Problem seien auch schlechte familiäre Beziehungen: “Es kam schon vor, dass sich die Eltern geweigert haben, ihre Steuerdaten oder andere Dokumente einzureichen. Dies verzögert natürlich den Stipendienantrag extrem.” Zudem müssen Stipendienbezüger_innen aufpassen, dass sie nebenher nicht zu viel Geld verdienen. 4’800 Franken ist der Freibetrag im Kanton Bern jährlich. Dies bedeutet: Ein_e Student_in kann hier nicht einmal 500 Franken pro Monat verdienen, ohne dass es vom Stipendium abgezogen wird.

„Wer hierzulande wirklich auf ein Stipendium angewiesen ist, soll auch eines erhalten», findet FDP Nationalrat Christian Wasserfallen in einem Interview mit den Schaffhausener Nachrichten diesen November. Eine andere Sprache spricht die gegenwärtige Sparpolitik des Kantons: Während das Studium stets teurer wird, werden immer weniger Stipendien gesprochen. Wer keines kriegt, muss ein Darlehen aufnehmen. Ist also mit Chancengerechtigkeit eher gemeint, dass sich alle gleichermassen verschulden können?

 

 

Wann habe ich Anrecht auf ein Stipendium?

Wenn deine Ausbildungs- und Lebenskosten höher sind als das eigene Einkommen und die Beiträge der Eltern, kannst du beim Kanton ein Stipendium beantragen. Stellst du einen Antrag zur Unterstützung bei der StudentInnenschaft der Universität Bern, wird dieser schnell durch die Sozialfondskommission bearbeitet. Für Fragen melde dich beim  SUB-Sozialfonds – dort kann dir bei der Überbrückung der dringendsten Geldprobleme geholfen werden. Die zuständige Kommission kann bis zu 5’000 Franken in Form eines Unterstützungsbeitrags oder Darlehens sprechen.

 

Dieser Beitrag erschien in der bärner studizytig #10 Dezember 2017

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