Die Ziele nicht aus den Augen verlieren

Vizerektorin Wastl-Walter

Vizerektorin Wastl-Walter (rechts) und Prof. Sheila Meintjes von der Wits University in Johannesburg bei einer Projektbesprechung. Bild: zvg

20. Oktober 2016

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Im Sommer 2017 tritt Doris Wastl-Walter, die Vizerektorin Qualität, aus der Universitätsleitung zurück. Doris Wastl-Walter im Interview.

Sie schloss 1984 ihr Studium in Geografie und Romanistik in Klagenfurt ab. Seit 1997 ist sie Professorin in Bern und Mitglied, beziehungsweise Leiterin von den unterschiedlichsten Gremien im Bereich Humangeografie und Chancengleichheit. Die Geografin ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die Verbindung von Familie und Beruf sei eine grosse Herausforderung gewesen, die nur mit viel Unterstützung und Verständnis gelungen sei.

Warum treten Sie zurück?

Ich finde, in den bald sechs Jahren konnte ich viele meiner Anliegen verwirklichen und habe das auch sehr gerne gemacht. Aber die Forschung musste ich vernachlässigen und als Grenz- und Migrationsforscherin haben mich die aktuellen Entwicklungen schon sehr gepackt. Da möchte ich nochmals einsteigen.

Wie sähe Ihre Traumnachfolgerin aus?

Was es bestimmt braucht, ist grosses Engagement, eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz und die Fähigkeit, bei allen notwendigen Kompromissen und Konzessionen die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Womit verbrachten Sie die letzten Jahre als Vizerektorin am meisten Zeit? Sitzungen vorbereiten, leiten und nachbereiten. Wir arbeiten ja viel in Teams und Kommissionen, daher spielen Besprechungen eine grosse Rolle.

Was hinterlassen Sie?

Ich glaube, wir konnten in meinen drei Arbeitsbereichen «Qualität», «Nachhaltigkeit» und «Gleichstellung» einige Fortschritte erzielen. Ein paar Beispiele: Nun arbeitet überall eine Vertreterin der Abteilung für Gleichstellung in den Berufungskommissionen mit, das Angebot für Double Career Couples wurde ausgebaut und Eltern-Kind-Räume realisiert. Alle Fakultäten haben individuelle Gleichstellungspläne, wodurch auf die jeweiligen Besonderheiten der Fakultäten eingegangen werden kann. Zwei neue Minor Studiengänge Nachhaltige Entwicklung auf Bachelor sowie Masterstufe sind entstanden und der Nachhaltigkeitstag wird regelmässig durchgeführt. Auch ein Nachhaltigkeitsmonitoring haben wir aufgebaut. In der Qualitätssicherung und -entwicklung (QSE) wurde die interne Organisation und Kommunikation weiterentwickelt, die Lehrevaluationen sind etabliert und regelmässige Evaluationen werden umgesetzt. Nun müssen wir daran arbeiten, dass QSE allgemein stärker als Steuerungsinstrument wahrgenommen und eingesetzt wird. Evaluationen sollten unmittelbare Konsequenzen haben.

Was ist Ihre grösste Leistung?

Als grösste Leistung betrachte ich kleine Schritte in der Veränderung der Unternehmenskultur.

Was könnte das Rektorat besser machen?

Wir haben die Strategie 2021 und an deren Umsetzung muss man weiter arbeiten. Ausserdem haben wir einen Schwerpunkt in der Nachwuchsförderung gesetzt, der hoffentlich die Rahmenbedingungen für die Jüngeren verbessert. Möglichst bald sollte auch der sowieso bescheiden angesetzte Anteil an Professorinnen von 25% erreicht werden. Das neue Programm COMET für Postdocs könnte da unterstützen.

 

 

Dieser Beitrag erschien in der bärner studizytig #5 Oktober 2016

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