«Es ist schon speziell, dort aufzutreten, wo man früher studiert hat»

Sean und Nike von Here Hare Here. Bild: Marco Hostettler

Sean und Nike von Here Hare Here. Bild: Marco Hostettler

15. Dezember 2015

Im Hof der Unitobler stehen Imbissbuden, in Seminarräumen sind Bars eingerichtet, die Mensa ist ausgeräumt und zum Konzertsaal umgestaltet, ebenso die Tiefgarage. Die DJs legen bereits auf, in den Bars laufen die letzten Vorbereitungen. Es ist der 31. Oktober, das Unifestival hat begonnen.

Bei den Organisatoren herrscht Hektik, Bands müssen versorgt, Helfer mit ihren Aufgaben betraut werden, Listen verschwinden, irgendwo fehlen Getränke. Seit 10 Uhr morgens sind die StudentInnen an der Arbeit, bis Sonntag arbeiten sie durch.

Im Februar begannen die Vorbereitungen, im Sommer kam der erste Schock: Die Gebäudeversicherung der Uni forderte eine deutliche Reduktion der Besucherzahl. Das war nur mit Einsparungen und Änderungen in letzter Minute zu schaffen. Vor allem wurde bei den Gagen der Bands gespart. Dennoch fanden sich viele Künstler, die dabei sein wollten, auch solche mit grösseren Namen wie Tommy Vercetti und Dezmond Dez von Eldorado FM, oder Santosh Aerthott und Christoph Walther von Open Season.

Aber auch ein N64 Mario Kart Turnier, Kurzfilmvorführungen aus dem Shnit-Archiv, Akademische Reden und ein Poetry-Slam-Wettbewerb standen auf dem Programm. Diverse Fachschaften und andere universitäre Organisationen besserten mit Themenbars ihr Budget auf.

«Es gibt nur wenige Veranstaltungen mit einer vergleichbaren kulturellen Vielfalt», hält OK-Mitglied Nicolas Winkelmann fest. Besonders freut ihn die Resonanz, die das Festival in den sozialen Medien erzeugt hat. Es war schon Wochen im Voraus ausverkauft. Fast schon verzweifelt versuchten viele noch bis kurz vorher für den Eintritt einen der 300 Helferplätze zu ergattern.

Im Verlauf des Abends wagen sich zunehmend Gäste am Security-Personal vorbei auf das Gelände. Gegen 23 Uhr ist es so voll, dass in den Gängen und Katakomben der Unitobler kaum durchzukommen ist. Frauen weichen auf die Herrentoiletten aus. Der Boden ist klebrig von verschütteten Getränken.

Viele der Musiker kennen die Uni noch aus ihrer Studienzeit. Der Rapper Tommy Vercetti und der heute in Basel forschende Biologe mit Pseudonym Nike, Drummer der Rockband Here Hare Here machten hier ihren Abschluss. «Es ist schon speziell, dort aufzutreten, wo man früher studiert hat», so Nike. Auch für Santosh von Open Season ist der Auftritt mit Nostalgie verbunden. Er studierte Jus an der Uni Bern, – die ersten Bandfotos entstanden dort. «Ich kam morgens jeweils topmotiviert in die Bibliothek, um zu lernen. Abends hatte ich aber nie gelernt, dafür Texte für die Band geschrieben», berichtet Santosh.

 

 

Dieser Beitrag erschien in der bärner studizytig #2 Dezember 2016

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